[Laberpost] Das Freizeit-Paradoxon: "Je mehr Zeit ich habe, desto weniger Zeit habe ich"

Charlie | Sonntag, 5. Februar 2017 |

Ich schreibe diese Zeilen, während ich eigentlich lernen sollte. Den Stoff lernen, den ich bereits seit letztem Oktober behandle und doch bislang kein einziges Mal außerhalb meiner Vorlesungen angeguckt habe, wie ich zu meiner Schande gestehen muss.
Ja, Zeitmanagement und ich, wir sind leider auch in den letzten Monaten keine Freunde geworden. Und das resultierte dann in folgendem fiesen Freizeit-Paradoxon:




Objektiv betrachtet weiß ich, dass ich momentan so viel Freizeit habe wie seit der Grundschule nicht mehr. Ich habe im ersten Semester nur einen einzigen Kurs mit Anwesenheitspflicht und auch nur wenige Vorlesungen; ich schreibe mit drei Klausuren, von denen eine sogar nicht benotet wird, vergleichweise wenige Prüfungen am Semesterende und muss weder Hausarbeiten schreiben noch Referate halten. In der Schule hatte ich deutlich mehr Präsenzpflicht und mehr konkrete Aufgaben zuhause zu erledigen als jetzt, wähend des Studienanfangs.
Und während meines FSJs erst! 1,5 Fahrtweg hin und wieder 1,5h zurück zu einer Arbeitszeit von 40 Wochenstunden. Und trotzdem habe ich es irgendwie noch geschafft, meine Hobbys in meine Zeitpläne zu integrieren.

Und obwohl ich das alles weiß, kommt es mir in den vergangenen Monaten so vor, als hätte ich weniger Freizeit als je zuvor.
Wenn mal wieder eine Chorprobe ansteht, zu der ich mich verpflichtet fühle zu gehen, weil der Konzerttermin immer näher rückt, reagiere ich schon mürrisch, weil ich den Abend doch eigentlich endlich zum Lernen nutzen wollte. Meinen wöchentlichen Sport lasse ich ebenfalls mit der Ausrede ausfallen, ich müsste die Zeit zum Lernen nutzen, und wenn mal ein ganzes Wochenende verplant ist, gerate ich fast in Panik, denn - Ich müsste ja eigentlich lernen.

Ebenfalls objektiv habe ich also sehr wohl erkannt, dass die Uni mehr ist als nur die Aufrechnung aller Präsenzstunden. Dass es keine gute Idee ist, mit dem Lernen erst ein, zwei Wochen vorher anzufangen und dass man sich am besten durchgehend mit dem Stoff auseinandersetzen müsste.


Interessant ist nun folgendes: Existierten alle diese Stunden Arbeit, die ich eigentlich zusätzlich in die Uni stecken sollte, in Form fester Arbeitszeiten wie beim FSJ - Ich glaube, ich würde mich nicht halb so gestresst fühlen.
Denn natürlich war ich auch in der Schule manchmal überfordert, wenn viele Hausaufgaben auf einmal anstanden, und währen des FSJs genervt, wenn ich Verabredungen wegen der Arbeit absagen musste. Doch ich hatte nie so sehr das Gefühl, nichts zu schaffen und für nichts Zeit zu haben wie momentan. Ich wusste einfach: "Ich muss das jetzt erledigen und wenn es vorbei ist, ist es vorbei, und ich kann mich wieder auf die schönen Dinge des Lebens konzentrieren."

Mit der Uni ist das leider nicht so, denn die ist flexibel - ein Wort, zu dem ich mittlerweile eine sehr ambivalente Beziehung habe. Denn flexibel bedeutet nicht nur, dass ich den Alltag an meine Bedürfnisse anpassen kann, sondern auch, dass ich meinem Drang zur Faulheit nachgeben und einfach alle Aufgaben (z.B. das Aufarbeiten von Vorlesungen) nach hinten schieben kann.
Und weil ich das weiß, kommt es beinahe jeden Tag dazu, dass ich konkrete Lern-Aufgaben, die ich mir gestellt habe, ans unterste Ende meiner To-Do-Liste stelle und dann am Ende des Tages "leider" nicht schaffe und einfach auf den nächsten schiebe. Prozesse, die während des FSJs nicht und während der Schulzeit nur in kleinem Maße und in begrenzten Zeiträumen möglich gewesen wären.
Das verursacht aber stets ein schlechtes Gewissen, denn im Grunde weiß ich ja, dass bei dieser Art von Prokrastination nichts Gutes bei rumkommen wird. Und weil ich dieses schlechte Gewissen habe, kann ich auch all die anderen Dinge, die ich während dieser Prokrastinationsphasen mache, nicht wirklich genießen, kann mich auf nichts "Richtiges" einlassen. Ich surfe beispielsweise stundenlang ziellos im Internet mit dem Vorhaben im Hinterkopf, doch gleich mit der Uni-Arbeit anzufangen. Das ist deutlich weniger entspannend, als mich mit einem guten Film oder Buch auf dem Sofa zu lümmeln, aber diese Dinge erlaube ich mir auch nicht zu tun, solange ich nicht meine To-Do-Liste abgehakt habe. Das klingt vielleicht nach einer verqueren Logik, aber versteht ihr, was ich meine?

Ich weiß, dass mein Verhalten völlig sinnlos ist. Ich weiß, dass ich durch das schlechte Gewissen und die Unfähigkeit, mich richtig zu entspannen, im Endeffekt viel gestresster bin, als wenn ich mir jeden Tag feste zwei, drei Stunden zum Nacharbeiten und Lernen geben und dies auch einhalten würde. Das würde zwar meine Freizeit einschränken, aber aus meiner FSJ-Erfahrung weiß ich ja, dass ich auch mit deutlich weniger Freizeit als jetzt klarkomme, solange ich diese dann auch komplett für mich nutzen kann, ohne stressige Hintegedanken an noch anstehende Aufgaben.
Aber mein "Es", wie Freud sagen würde (Kleiner Scherz am Rande; Wir haben Freud noch überhaupt nicht durchgenommen und ich kenne mich mit seiner Arbeit nicht aus), schnappt einfach nur panisch nach jeder Minute Freizeit und wehrt sich hartnäckig gegen Pflichten und feste Termine, solange niemand anderes sie von mir erwartet und sie kontrolliert. Und so kommt es, dass ich trotz meiner Unmengen an Freizeit das Gefühl habe, ich hätte immer weniger Freizeit.



Eine wirkliche Lösung für mein Disziplin- und Motivationsproblem habe ich noch nicht gefunden, aber ich arbeite daran. Was ich schon einmal weiß, ist, dass ich grundsätzlich motivierter bin etwas zu tun, wenn ich am selben Tag aufgrund von "Pflichtaktivitäten" ohnehin schon arbeite. Wenn ich beispielsweise eine Zwei-Stunden-Lücke zwischen zwei Vorlesungen habe, bin ich viel eher in der Lage, diese effizient zu nutzen, als ich die zwei Stunden Samstags nach dem Aufstehen nutze.



Kennt ihr das "Freizeit-Paradoxon" und habt ihr auch manchmal Motivationsprobleme?
Habt ihr Tipps für mehr Selbstdisziplin?
Welche Aufgaben schiebt ihr gerne ewig auf, obwohl ihr wisst, dass sie nicht besser oder sogar schlimmer werden?

Kommentare:

  1. Ja, mir gehts genauso. :) Zum Beispiel mache ich mir oftmals Pläne, was ich in den Ferien alles tun und lesen will. Aber je mehr Freizeit ich habe, desto mehr Quatsch mache ich damit. Somit mache ich in den Ferien meist nix sinnvolles. (Bis auf Verabredungen, die ja auch sehr wichtig und schön sind) Strategien, wie ich dieses paradoxe Verhalten in Griff kriege, habe ich noch keine gefunden. :D

    Liebe Grüße,

    http://lesenundgrossetaten.blogspot.de/

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    1. Das geht mir exakt genauso! Zb wollte ich in den freien Monaten nach dem Abi mein Zimmer aufräumen, vor allem meinen vollgekramten Schreibtisch. Hat nicht so wirklich geklappt :D. Verabredungen sind auch immer etwas schönes, produktives, das ich in den Ferien gerne mache :).
      Schade, dass du auch keine Lösung hast ^^, aber schon mal gut, dass ich nicht alleine damit bin :D.

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  2. Hallo liebe Charlie,

    interessanter Post, dessen Thema mir gar nicht mal so unbekannt vorkommt, auch wenn ich momentan wirklich nicht viel Zeit habe. Allerdings fällt auch mir es schwer, meine Freizeit dann so effizient zu nutzen, wie ich es gerne hätte, gerade weil ich mittlerweile Prokrastinationskünstlerin bin. ^^ Wobei ich auch denke, dass man zwischendurch auch einfach mal nichts tun muss, um runterzukommen - aber das ist ein anderes Thema. Nichtdestotrotz muss man vielleicht manchmal auch ausstehende Aufgaben ausstehend lassen, und sich wirklich mal bewusst entspannen und sie ignorieren, um zur Ruhe zu kommen.

    "Wenn ich beispielsweise eine Zwei-Stunden-Lücke zwischen zwei Vorlesungen habe, bin ich viel eher in der Lage, diese effizient zu nutzen, als ich die zwei Stunden Samstags nach dem Aufstehen nutze." Gerade das kommt mir seeehr bekannt vor. In Freistunden etwas zu erledigen fällt mir viel leichter, als es in meiner Freizeit zu tun, gerade in Bezug auf Hausaufgaben oder Lernen.
    Vielleicht auch, weil sich weniger leicht prokrastinieren lässt, also besonders sinnlos im Internet zu surfen. Zig Mal die Blogliste zu aktualisieren, auch wenn doch kein neuer Post kommt.

    Dazu kommt, dass ich ein absoluter Last Minute-Typ bin, und wenn dann alles zusammenfällt und ich auf einmal alles auf einmal machen muss, ist klar, dass die Qualität darunter leidet. Trotzdem denke ich mir immer wieder, dass ich ja noch Zeit habe - gerade auch momentan, in Bezug auf das Abitur.

    Ähnlich geht es mir auch beim Schreiben. Während ich es momentan wirklich nicht schaffe, das noch in meinen Alltag zu integrieren, dank Hobbys und nahendem Abitur, habe ich es letztes Jahr geschafft, das ständige "keine Zeit" zu überwinden, indem ich mir gezielt jeden Abend ein, zwei Stunden Zeit dafür genommen habe - mit dem erklärten Ziel, jeden Tag zu schreiben, und wenns auch nur ein bisschen ist. Und siehe da, es hat funktioniert. Auch wenn ich das vorher nicht erwartet hätte.
    Außerdem denke ich, dass es hilft, den Biorhythmus zu kennen. Bei meiner Facharbeit wusste ich zum Beispiel, dass es keinen Sinn hat, sich mittags daran zu setzen, weil ich eher am späten Nachmittag/ Abend am produktivsten werde.

    Und ansonsten glaube ich, dass Erkenntnis der erste Weg zur Besserung ist. ;) Von daher drück ich dir die Daumen, dass es dir gelingt, dieses Paradoxon zu überwinden und wieder mehr Zeit für dich zu finden.

    Liebe Grüße
    Dana

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    1. Hi Dana :).

      Auf jeden Fall ist zwischendurch nichts tun wichtig! Wenn man permanennt nur eine To-Do-Liste abarbeitet, wird man ja auch irre.
      Problematisch ist bei mir halt, dass ich oft erst nichts tue, bevor ich überhaupt etwas anfange. ZB schon morgens, wenn ich grad erst aufgestanden bin und noch gar keine Pause brauchen kann ^^.

      Das mit den Freistunden ging mir auch zu Schulzeiten so. In der Uni ist es etwas problematischer, weil wir da WLAN haben :D. Aber zb Serien oder Youtube Videos gucken ist da nicht ganz so leicht, von daher ist prokrastinieren da wirklich schwerer.
      Leider kann ich mich nur nie dazu aufraffen, mal zur Uni zu gehen, wenn ich nicht muss, um dort dann nicht abgelenkt zu sein.

      Ich bin auch ein absoluter Last-Minute-Mensch und in de Schule (leider) auch immer damit durchgekommen, sodass ich nie das Bedürfnis hatte das zu ändern. Das rächt sich jetzt...
      Die Kunst wäre wohl aus "Ich hab ja noch so viel Zeit" nicht "Ich mach das später" zu machen sondern "Ich fange das trotzdem jetzt schon an; dann habe ich später mehr Zeit."

      Geht mir ähnlich. Vor 16 Uhr kriegt man meistens nix Sinnvolles aus mir raus. Davor kann ich dafür dann Sachen erledigen, für die ich nicht so viel denken muss, zB putzen ^^.

      Das ist sicher wahr! Danke :).

      Liebe Grüße

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  3. Mir geht es genauso! Ich vertrödel Stunden am PC und denke dabei durchgehend "gleich fange ich an" und im Endeffekt ist es irgendwann so spät, dass es sich nicht mehr lohnt. Dabei nutze ich die Prokrastinations-Zeit aber auch nicht "sinnvoll", zum Beispiel mit Lesen, sondern scrolle einfach durch Twitter oder schaue YouTube Videos und am Ende des Tages kommt mir die Zeit einfach nur verschwendet vor - was sie ja eigentlich auch ist. Eine wirkliche Lösung habe ich dafür aber auch noch nicht gefunden, obwohl man ja meinen sollte, es wäre ganz leicht, einfach auf "herunterfahren" zu klicken (oder wahlweise von unterhaltenden Websites auf die der Uni zu wechseln) und anzufangen. Vielleicht sollte ich mal probieren, mir dafür feste Zeiten einzuplanen und die auch einzuhalten? So werde ich das bald auch mit meinen Hausarbeiten organisieren müssen, weil ich weiß, dass ich ansonsten immer mehr aufschieben und nicht rechtzeitig fertig werde.
    Sag Bescheid, wenn du eine Lösung finden solltest :D

    Liebe Grüße!

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    1. Immer wieder beruhigend zu hören, dass ich mit diesem Problem nicht alleine bin :D.
      Das Problem ist halt wirklich, dass man durch die feste Überzeugung, man würde gleich anfangen, nicht das Bedürfnis hat, etwas Sinnvolles zu machen, denn man will ja eigentlich nichts Langes anfangen, weil man ja gleich lernen will ^^.

      Als Außenstehende*r muss das, wenn man das Problem nicht selbst erlebt hat, auch echt bescheuert wirken :D. So schwer kann es ja nun echt nicht sein, die Sachen einfach zu machen! Ist es aber doch irgendwie ^^.

      Feste Zeiten hab ich mir auch schon überlegt, gerade für die Semesterferien, in denen ich diszipliniert lernen sollte.

      Mach ich :D.

      LG :)

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    2. Mit dem ersten Absatz hast du das Problem wirklich perfekt zusammengefasst :D

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  4. Ohhhhh, das ging mir im Studium am Anfang ganz genauso! Ich habe es erst spät gelernt, mich zusammenzureißen und effektiv die Zeit zum Lernen zu nutzen, wobei ich sagen muss, dass ich selbst nach einem produktiven Lerntag immer das Gefühl hatte, noch nicht genug getan zu haben und meine Freizeit gar nicht verdient zu haben. Mir hat geholfen, nicht nur den nächsten Tag zu planen, sondern immer einen großen Lernplan, also schon 4-6 Wochen vor den Klausuren, zu erstellen und mich dann an diesen zu halten. Dabei habe ich mir - großzügig, wie ich bin - auch immer mal halbe oder komplett freie Tage eingeplant, weil ich mich ja auch kenne, und weiß, dass ich das brauche. Ich verstehe dich aber trotzdem so gut - je stressiger alles ist, desto mehr hat man eigentlich das Gefühl, der Tagesablauf wäre strukturiert und man würde alles - selbst auch die Freizeitaktivitäten - unter einen Hut bekommen. Je mehr Freizeit einem zusteht, desto eher neigt man dazu, sie mit Sinnlosigkeiten zu verplempern, man einfach nichts richtiges macht und sich am Ende des Tages wie ein Versager vorkommt. Hach ja. Ich drück dir auf jeden Fall die Daumen, dass du deine Klausuren schaffst und das mit den Lernen auf die Reihe bekommst!
    Liebste Grüße, Liesa

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    1. Na das ist doch beruhigend zu hören, dass du es gelernt hast ^^. Dann schaffe ich das hoffentlich auch :D.
      Ich denke auch, dass es wichtig ist, sich alles häppchenweise einzuteilen, damit man sich dann gut fühlen kann, wenn man das "Häppchen des Tages" geschafft hat, statt sich schlecht zu fühlen, weil man erst die 4. von 18 Vorlesungen nachbearbeitet hat.
      Hätte ich früher mit Lernen angefangen, hätte ich mir auch so einen Plan gemacht. Nun werde ich mir einen machen für die Klausur, die ich aufs Ende der Ferien verschiebe, und für die, die ich erst im 2. Semester schreibe und für die ich das 1. nochmal wiederholen will. Je früher man anfängt, desto mehr Freiheiten hat man natürlich auch in dem Sinne, dass man sich mal freie Tage gönnen kann.
      Danke sehr und danke für deinen Kommentar :)!
      Liebe Grüße

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  5. Dieses Paradoxon ist mir wohl bekannt - leider :D Und ich weiß auch nicht, ob dich das trösten wird, aber ich habe erst nach 5 Jahren Studium auf der Zielgeraden während meiner Masterarbeit gelernt, diesem Paradoxon wirklich effektiv und langanhaltend zu entgehen. Die gute Nachricht aber ist: anders als in der Schule muss man gar nicht uuunbedingt alles erledigen und abarbeiten; meistens reicht schon ein Teil davon. Das soll dich jetzt nicht zu noch mehr Faulheit animieren, aber ein bisschen entstressen. Also vielleicht :D Ansonsten hilft mir immernoch sehr, einen Plan aufzuschreiben (also grade an freien aber arbeitsreichen Tagen wie ein Stundenplan) und mir den vor die Nase zu hängen. Dann bin ich viel eher bereit, das Pensum zu erfüllen. Schließlich steht es da aufgeschrieben, dann muss das auch genau dann erledigt werden. Klappt aber wahrscheinlich nur bei Menschen mir neurotischen Tendenzen xD

    Liebe Grüße und viel Erfolg bei der Erforschung und Bekämpfung des Freizeit-Paradoxons :)

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    1. Hm, naja, es tröstet mich zumindest insofern, dass es mir Hoffnung gibt, dass ich es irgendwann mal lernen werde :D.
      Würde ich alles immer dann nacharbeiten, wenn ich es gerade hatte, wäre das ja auch gar nicht mal so viel Arbeit und würde sich nicht so sehr wie "alles" anfühlen wie jetzt gerade, wo ich tatsächlich ein ganzes Semester in kurzer Zeit aufholen muss.
      Das werde ich vielleicht wirklich mal machen :D. Ich führe ohnehin ein Notizbuch mit Terminen und To-Do-Listen (mein BulletJournal) und das Gefühl, etwas als erledigt zu markieren, ist so toll, dass es mich wirklich manchmal sehr motiviert :D.

      Danke sehr :D.

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  6. Guten Tag Charles!

    Oh Gott, ich weiß so gut was du meinst... jetzt wo ich die Ausbildung abbrach habe ich so viel Zeit und trotzdem habe ich die ganze Zeit wöhrend ich wach bin etwas zutun oder bin Unterwegs. Da frage ich mich: wie habe ich das vor noch einem Monat überhaupt unter Dach und Fach bekommen? :D

    Ich habe auch oft die Momente, da habe ich so viel Zeit das ich nicht weiß was ich in der Zeit tun soll... und letztendlich nichts mache. Aber das hatte ich auch schon als ich noch die Ausbildung gemacht habe. Da habe ich mal ein paar Stunden Zeit und dann weiß ich gar nicht was ich endlich von meiner Hobby To To Liste abhaken soll das ich nichts davon machen. Urgh.

    Ja, Beziehungen sind ein echter Freizeitkiller xD Ich weiß ja nicht wieviel du zeit mit deinem LIEBSTEN verbringst, aber ich sehe meinen echt jeden Tag. Da vergeht Zeit, in denen man drauf wartet zu ihm losfahren zu können (weil es könnte ja jeden Moment soweit sein und man will seine Serienfolge dann ja auch nicht unterbrechen) was letztendlich auf 2h ausartet die man nichts tun - dann ist man bei ihm und verbingt da Zeit, und wenn man dann nach Hause kommt lohnt es sich kaum noch was zu machen weil man eh bald schlafen muss (naja, jedenfalls WAR das bei mir mal so, jetzt kann ich ja bis tief in die Nacht aufbleiben) sodass man in der Zeit AUCH nichts tut obwohl es 2, 3 Stunden sind. Bruh. Beziehungen sind echt toll aber manchmal... haha.

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    1. Diesmal habe ich daran gedacht nachzugucken, ob ein Kommentar von dir da ist ^^.

      Das ist halt echt seltsam! Wichtige Sachen oder Sachen, die man wirklich will, bekommt man immer irgendwie hin, aber trotzdem kommt es einem vor, als würden sie einen Großteil der Freizeit einnehmen, egal wieviel Freizeit man hat.

      Das kenne ich auch. Die Möglichkeiten sind so überfordernd viele, dass man am Ende nichts macht und die ewig gleichen To-Do-Listen-Punkte immer weiter auf der Liste vor sich hinschiebt.

      Ja, Beziehungen sind schlimm :P. Wir haben so oft Tage, an denen wir dann beide nur noch am jammern sind, wie wenig wir an dem Tag geschafft haben. Aber zu zweit zu trödeln ist immer noch besser als alleine, findest du nicht :D?

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  7. Also ich muss ja gestehen, dass ich wenn ich mir vornehme so und zu lange zu lernen oder an meiner Hausarbeit zu schreiben oder ein Referat zu beenden, dass dann auch durchziehe. Ich liebe die Uni ja gerade deshalb, weil ich mir die Zeit selbst einteilen kann und da so viele Freiheiten besitze, das gefällt mir besser, als ein fester Studenplan, wie das in der Schule war. Aber ich weiß, dass da jeder anders drüber denkt. Ich bin auch eh schon immer jemand gewesen, der später auch gerne im Berufsleben Selbstständig ist. Kenne da durch Familie und Freunde, die diesen Weg gegangen sind die ganzen Vor- und Nachteile, aber für mich gäbe es nichts Schöneres.

    Was Kommilitonen machen die auch solche Probleme haben ist, dass sie immer in der Uni Bib lernen. Denn dort muss man dann auch lernen, weil das alle tun und man halt nicht wirklich etwas hat, was einen ablenkt. Zuhause kommt man dann doch schnell auf andere Gedanken. Ich kenne viele, die dann morgens zu festen Zeiten hinfahren und halt auch für feste Zeiten dort arbeiten. Vielleicht hilft dir das ja? Oder was mein Tipp wäre wie wäre es denn mit Lerngruppen? Denn da hat man ja dann auch eine fest vereinbarte Zeit, die man zum Lernen nutzt. Vorausgesetzt natürlich man macht es mit den richtigen Leuten, die auch wirklich lernen möchten.

    Danke auch für dein liebes Kommentar.
    Ich glaube das fing auch erstmal nur mit Followern an, dann kamen irgendwann die Likes mit dazu. Ich finde es halt schade, dass die Firmen nur auf die Zahl an sich schauen, ohne zu hinterfragen, wie die sich zusammensetzt, denn man kann diese Fake Follower nämlich auch erkennen an bestimmten Merkmalen.

    Ich glaube auf Instagram liest man wirklich eher selten den Text dazu bzw. überfliegt ihn. Da ertappe selbst ich mich dabei, dass ich den Text nur überfliege. Aber das ist dort halt auch Gang und Gebe und es ist auch eher für Zwischendurch zur Zeitüberbrückung eine schöne Sache. Instagram ist halt einfach sehr oberflächlich und das merkt man auch. Ein weiterer Grund wieso ich das alles nicht so an mich heranlasse. Gerade auf Instagram gibt es ja richtig Praktiken, wie man die eigene Followerzahl erhöht (Stichwort: Folgen, sobald man selbst abonniert wird, entfolgen oder das Spiel Folgen, Entfolgen, Folgen, Entfolgen, so als würde man das nicht merken).

    Generell habe ich auch nur noch auf Facebook ein privates Profil, da poste ich aber auch nur sehr wenig. Bin da eher in Kontakt mit Kommilitonen, um halt Projekte zu planen oder mich in Uni Gruppen zu informieren und mal kleinere Sachen nachzufragen. Ansonsten nutze ich die restlichen Sozialen Netzwerke nur noch für meinen Blog. Aber meine Erinnerungen schaue ich mir auf Facebook auch gerne an. Ist dann immer wie ne kleine Zeitreise.

    Genau so ist das bei mir auch und so ist das auch gesund, denn das sind die Menschen, die in schlechten Zeiten auch für Einen da sind und mit denen man richtig viel durchgemacht hat bzw. wsl auch noch durchmachen wird.

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    1. Da habe ich auf jeden Fall Respekt vor dir! Ich wünschte, ich könnte auch so diszipliniert sein.
      Eigentlich ist die freie Zeiteinteilung nämlich auch etwas, was ich an der Uni sehr genieße, da ich meine Freizeit so flexibler gestalten kann und mir niemand mehr dauernd hinterherrennt.
      Ich hoffe sehr, dass ich irgendwann nochmal diszipliniert genug für Selbstständigkeit sein werde ;), da ich durch das FSJ gelernt habe, dass komplett festgelegte Arbeitszeiten absolut nichts für mich sind.

      An die Bib habe ich auch schon gedacht, nur bin ich sogar zu faul, dort hinzugehen. Genauso wie ich mich nicht aufraffen kann einmal die Woche schwimmen zu gehen, wie ich eigentlich wollte. Es ist schrecklich mit mir :D.
      Ansonsten hast du natürlich völlig recht: Es ist viel sinnvoller, in so einem Umfeld zu lernen, in dem man fast nichts anderes machen kann. Da meine Uni eine Stunde weit weg ist, habe ich überlegt, einfach in die Stadtbibliothek zu gehen, die nur eine Viertelstunde weit weg ist.
      An einer Lerngruppe für das langweiligste aller Fächer arbeite ich gerade :). Bzw ich wurde eingeladen, konnte aber beim ersten Treffen nicht, aber das wird hoffentlich bald was :). Verabredungen mit anderen sind nämlich tatsächlich etwas, was ich nicht aufschiebe (Zum Glück :D).

      Ja, das ist wirklich schade, dass Firmen das nicht genau hinterfragen, denn das wäre ja auch eigentlich schlauer für effizientes Marketing ihrerseits.

      Projekte und gemeinsame Absprachen sind auch der Grund, wieso ich mich bei Facebook angemeldet habe.

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  8. Das Joch der Freiheit...

    Auch in Büros, wie dem meinen, die keinen allzu strukturierten Ablauf haben, kann es schnell passieren, dass fünf Leute mal eben ein Stündchen mit sinnlosem Zeug verplempern. Ich arbeite so halb strukturiert, kann mir meine Büro- und Arbeitszeiten weitgehend selbst gestalten, und das ist ebenso tödlich, Jetzt gerade vertrödel ich mit echtem Vergnügen meine Zeit mit diesem Kommentar, obwohl mein Schreibtisch unter der Last ächzt. Gleich, gleich gehe ich ins Büro und arbeite das alles weg.
    Insofern ganz normal, da ändert sich auch nach dem Studium nichts. Ohne Druck wird nie etwas fertig, das kann ich euch versichern. Und Druck von außen (Strukturen, feste Arbeitszeiten, Zusagen an Kunden) ist am Ende das, was die Welt am drehen hält.
    Zwei Anregunngen:
    1. macht einen Vertrag mit euch selber. Schriftlich. In dem legt ihr entweder die mittlere Wochenarbeitszeit fest, zu der ihr euch verpflichtet, oder konkrete Ziele. Ein Verstoß ist dann ein klarer Vertragsbruch, formal müsste man dann das Studium beenden und was anderes arbeiten gehen, wenn man diese Verpflichtung so offensichtlich nicht ernst nimmt. Denn nichts anderes ist euer Studium - ein Vertrag mit euch selbst.
    2. Es ist so schade, wenn man beim was anderes machen immerzu ein schlechtes Gewissen hat und sich viele schöne Dinge damit vermiest. Steht dazu. Jeder braucht diese Ausweichbewegungen, und sie sind grundsätzlich völlig in Ordnung. Und es geht auch niemanden was an, was ihr wann tut, außer euch selber.
    Also. Freizeit genießen und nicht als gestohlene Zeit betrachten. Das wäre mein Tipp. Denn der Zeitpunkt, wo einen das Prokrastinieren anfängt zu stören, auf den sollte man nicht warten, der kommt nie. Macht das, was ihr wichtig findet, und nicht das, was ihr unwichtig findet - so wie ich diesen Kommentar hier, auch wenn er eigentlich nicht das ist, was ich gerade tun sollte, wichtig finde ;)

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    1. Jetzt weiß ich nichts, ob ich mich geehrt fühlen soll, dass du deine Zeit auf meinem Blog vertrödelst :D. Dieses "gleich" ist ein wirklich tödliches Wort, wenn es um Zeiteinteilung geht.
      Na super, du machst mir ja nicht gerade Hoffnung :D.

      So eine Art Vertrag habe ich mir für die vorlesungsfreie Zeit jetzt zusammengestellt, also zumindest einen halb festen Zeitplan, wann ich was lerne. Bisher habe ich mir aber noch nicht überlegt, wie ich mich belohne oder bestrafe, wenn ich ihn einhalte bzw. nicht einhalte.

      Das ist ein wirklich guter Tipp! Es hat im Grunde ja auch keinen Sinn, sich schlecht zu fühlen, wenn man gerade nicht lernt, wenn man dadurch auch nicht mehr lernt. Stattdessen könnte ich mal versuchen, mich beim Lernen gut zu fühlen. Das finde ich ja eigentlich wichtig. Genau wie Sport. Ich habe nur keine Lust darauf.

      Danke, dass du es wichtig fandest, diesen Post zu kommentieren!

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Charlie